Bewertung einer externen Masterarbeit

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Nina Kickinger, BSc: Der interdisziplinäre Designworkshop als wissensgenierendes Verfahren am Beispiel einer Geo-Tracking-Video App für Smartphones

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Autorin: Nina Kickinger, BSc

Ort: Wien

Jahr: März 2012

Fakultät: Fakultät für Informatik der Technischen Universität Wien

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Gestaltungshöhe

Die Arbeit befasst sich mit dem Thema des Designprozesses auf einer sehr sachlichen Weise. Auch der einzelne Farbwechsel nach Gelb unter den Grafiken sowie das Grau aus den Überschriften lassen dabei nicht auf sonderliche große Freiheiten in der Gestaltung schließen. Interessant ist jedoch das 2 Fonts ( bei Fließtext und Überschriften) verwendet werden

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Innovationsgrad

Anfangs dachte ich, das der Innovationsgrad basierend auf dem Theoriegehalt eher eine Reproduktion und Zusammenstellung wäre. Bis ich unter Punkt 3 (Konzept und Vorgehensweise) einen gewissen Bruch war genommen habe. Während es vorher fundiert war, begann an dieser Stelle alles vorher erfasste umgewandelt zu werden und durch die Gruppenworkshop Idee in eine neue Richtung gelenkt zu werden. In dieser Art und Weise habe ich noch nichts gelesen.

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Selbstständigkeit

Die Idee hinter diesem Thema und die Ausführung ist sicherlich interessant, vor allem die Bearbeitung mit der TCAM-App. Auch die Erstellung des Designgames in Verbindung mit der Spielerstellung ist originell.  

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Gliederung und Struktur

Die Arbeit besteht aus 6 Kapiteln, wobei zuerst die theoretischen Grundlagen beschrieben werden und anschließend wie vorgegangen werden soll. Es ist logisch und nachvollziehbar aus meiner Sicht. Es gibt jedoch einen Punkt den ich an der Gliederung störend finde und der ist der zahlreichen Unterpunkte. Man hätte an dieser Stelle vielleicht noch einmal differenzieren können was die Essenz werden sein soll.

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Kommunikationsgrad

Grundsätzlich wurde sowohl die Absicht als auch das Ergebnis der Masterarbeit nachvollziehbar argumentiert und kommuniziert. An einigen Stellen hätte ich mir als Kritikerin (nicht als Leserin, da der Konnex implizit durchaus vorhanden war) eindeutigere Überleitungen oder Schlüsse gewünscht, um die Gedanken auch explizit besser verknüpfen zu können.

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Umfang der Arbeit

Der Arbeit hat 157 Seiten- mit Literatur-, Tabellen- und Abbildungsverzeichnis sind es sogar 162 Seiten. Durch den Aufbau die Struktur und sogar für mich jemanden der nicht so viel anfangs mit diesem Thema zu tun hatte. Es wundert mich dennoch ob die ausgewählte Gruppe nicht das Ergebnis der Arbeit maßgeblich beeinflusst hat.

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Orthographie sowie Sorgfalt und Genauigkeit

Bei der Orthographie lässt sich aufgrund des Designs feststellen, das 2 verschiedene Fonts verwendet wurden, die jeweils in unterschiedlichen Farben und Abfolgen je nach Titel und Fließtext verwendet wurden. Die Arbeit liest sich sehr gut, auch wenn sie teilweise Themen versucht aus unterschiedlichsten Blickwinkeln und anderen Disziplinen mit hineinzuordnen was das Ganze etwas verwirrend in meiner Auffassung gestaltet, Außerdem stört mich nach der Einführung der Anfang mit der Enzyklopädie wie dort einige Begriffe erklärt werden. Generell wirkt manchmal die Sprache auch etwas blumig. Interessant ist auch die Tatsache, dass im Zuge der Arbeit einige englischsprachige Zitate nicht ausreichend wortwörtlich ins Deutsche übersetzt wurden, was etwas ungeordnet im Gesamtkontext. 

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Literatur

In der Literatur wird ein breites Spektrum an verschiedenster Literatur geboten. Neben 58 verschiedenen Buchquellen die von älterer Literatur (1970) bis zu dem Zeitpunkt der Erstellung. Die Quellen und Kurzverweise im Text sind teilweise uneinheitlich verwendet mal wird eine Seitenzahl dezidiert angeführt mal wird lediglich ein Jahr angegeben und der Autor.

Kritische Bewertung einer externen Masterarbeit

Titel: Motivational Effects of Gamification of Piano Instruction and Practice

Verfasserin: Heather Birch

Jahr: 2013

Universität: University of Toronto, Department Teaching and Learning

Ich habe diese Masterarbeit zur Analyse herangezogen, da ich in meiner Masterarbeit eventuell auch Teilbereiche von Gamification aufgreifen werde. Thematisch sollte meine Arbeit in Richtung digitalem Instrumentalunterricht gehen, welche Aspekte ich aber genau untersuchen bzw. erforschen werde, habe ich noch nicht festgelegt. Ein möglicher Ansatz von vielen wäre beispielsweise, Gamification in den Instrumentalunterricht zu integrieren und darüber ein Werkstück anzufertigen.

Gestaltungshöhe

Die Gestaltungshöhe interpretiere ich bei dieser Arbeit als durchschnittlich. Da die Verfasserin aber an keiner Universität mit dem Schwerpunkt „Design“ ihre Arbeit verfasste, war dies vermutlich auch nicht notwendig. Außerdem ist es international gesehen kein Standard, ein außergewöhnliches Design für Masterarbeiten oder Diplomarbeiten zu wählen.

Ohne auf eine besondere Gestaltung zu achten, sollten trotzdem gewisse Standards eingehalten werden. Beispielsweise die Nummerierung der Seitenzahlen, diese wurden in dieser Masterarbeit oben eingefügt. Außerdem haben die Grafiken teilweise mindere Qualität hinsichtlich der Auflösung, z. B.: auf S.26.

Innovationsgrad

Die Thematik selbst, ist für die damalige Zeit sehr innovativ, wenn man bedenkt, dass der Begriff “Gamification” als gegenwertiges Phänomen erst 2010 von Jesse Schell kommuniziert wurde.[1]

Die Integration von Gamification in das Klavierspiel bzw. in das Üben dieses Instrumentes ist dabei noch innovativer, da sich im Zuge der Recherche zu dieser Masterarbeit nur wenig über diesen inhaltlichen Zusammenhang finden ließ.

Selbständigkeit

Wie oben schon erwähnt, gibt es kaum Arbeiten, die sich auch mit dieser Thematik auseinandersetzen. Da über die Literaturrecherche hinaus zusätzlich noch eigene Ideen verwirklicht und Inhalte erarbeitet wurden, ist die Arbeit hinsichtlich ihrer Selbständigkeit als sehr gelungen einzuordnen.

Gliederung und Struktur

Allgemein ist es oft schwer zu unterscheiden, ob es sich um ein Unterkapitel oder um eine Aufzählung handelt. Außerdem gibt es keine Nummerierung zu den unterschiedlichen Kapitelüberschriften, dadurch hat man innerhalb der Arbeit kaum einen Überblick.

Die Struktur an sich erscheint schlüssig.

Kommunikationsgrad

Die Forschungsfrage wird sachlich und logisch bearbeitet. Die Verfasserin kommuniziert das Thema gut verständlich und nachvollziehbar. Fachliche Begrifflichkeiten werden erläutert und dem Leser aufbereitet.

Umfang der Arbeit

Mit Anhang hat die Arbeit 80 Seiten, wobei die letzte Seite eine blanke Seite ist. Dies dürfte ein Layoutfehler sein. Die Arbeit besteht überwiegend aus Fließtext und hat nicht besonders viele Abbildungen. Der Zeilenabstand ist sehr groß gewählt, es scheint daher so, als wollte die Verfasserin den Umfang künstlich etwas in die Länge ziehen. Die Arbeit mag zwar im Umfang ausreichend sein, sie ist jedoch inhaltlich gesehen etwas knapp und könnte noch tiefgründiger sein.

Orthografie, Sorgfalt und Genauigkeit

Im Bereich des Layouts gibt es einige Unsauberkeiten, wie beispielsweise bei einer Überschrift auf S. 5, die weder linksbündig noch mittig ist, sondern etwas nach rechts eingerückt ist.

Außerdem erscheint der Fließtext etwas unordentlich, da kein Blocksatz verwendet wird.

Literatur

Die Verfasserin zog sehr viel Literatur heran, welche von namhaften Quellen stammt. Darüber hinaus wurde viel aus Büchern zitiert und nur wenig aus dem Internet. Das Literaturverzeichnis scheint vollständig zu sein und erfüllt die Anforderungen.

Einige zitierte Links sind nicht mehr erreichbar.


[1] https://www.ted.com/talks/jesse_schell_when_games_invade_real_life

Bewertung einer externen Masterarbeit

Paul Renner and Futura: The effects of culture , technology and social continuity on the design of type for printing

Autor: Charles Leonard

Ort: Georgia State University

Jahr: Dezember 2005

Gestaltungshöhe

Die vorliegende Arbeit befasst sich in erster Linie mit den historischen, gesellschaftlichen und technologischen Hintergründen der Entstehung der Schriftart Futura, weshalb hierbei der Fokus auf dem Inhalt liegt und die Gestaltung sich am Standardformat für wissenschaftliche Publikationen orientiert. 

Innovationsgrad

In Anbetracht der Tatsache, dass es sich hierbei eben um eine reine Aufarbeitung der Thematik unter Zuhilfenahme zahlreicher historischer und typografischer Standardwerke handelt, wirkt der Innovationsgrad der Arbeit eher gering. Das Einbeziehen unterschiedlicher Faktoren erscheint logisch und zwingend erforderlich (und wird so auch von einer Masterarbeit verlangt), weshalb auch aus dieser Perspektive keine nennenswerte Innovation vorzuliegen scheint. 

Selbstständigkeit

Im Zuge meiner Recherchen sind mir ähnliche Arbeiten über andere Typefaces begegnet, weshalb ich auch hier keine besonders hohe Punktzahl vergeben würde. Was dem Autor allerdings hoch anzurechnen ist, ist die gelungene Zusammenfassung und Gliederung des Wissens aus nahezu 6 Seiten (in 12-Punkt-Schrift) zitierter und konsultierter Literatur. 

Gliederung und Struktur

Die Arbeit gliedert sich in fünf auf einander aufbauende Kapitel, wobei sich die ersten beiden Kapitel der Abbildung der geschichtlichen Gegebenheiten und Entwicklungen des frühen 20. Jahrhunderts und der darauf basierenden Formgebung widmen, während die darauffolgenden Kapitel sich ausdrücklich mit dem Schriftdesign und anderen visuellen Gestaltungselementen befassen. Visuelle und verbale Vergleiche der Proportionen unterschiedlicher Typefaces ergänzen Leonards Ausführungen und verdeutlichen seine Position. Obwohl ich persönlich keine Freundin der extrem ausufernden Fußnotenanmerkungen bin, ist mir hier die Positionierung der Notizen am Ende des jeweiligen Kapitels negativ aufgefallen. Besonders in Bezug auf die deutschsprachigen Zitate und Fachtermini kann dies für das Textverständnis der englischsprachigen Arbeit sowie für die Bereitschaft, die gesamte Arbeit zu lesen, hinderlich sein.

Kommunikationsgrad

Grundsätzlich wurde sowohl die Absicht als auch das Ergebnis der Masterarbeit nachvollziehbar argumentiert und kommuniziert. An einigen Stellen hätte ich mir als Kritikerin (nicht als Leserin, da der Konnex implizit durchaus vorhanden war) eindeutigere Überleitungen oder Schlüsse gewünscht, um die Gedanken auch explizit besser verknüpfen zu können.

Umfang der Arbeit

Der Gesamtumfang der Arbeit beträgt 152 Seiten – inklusive Literatur-, Tabellen- und Abbildungsverzeichnis. Der inhaltliche Umfang scheint jedoch enorm zu sein. Viele gesellschaftliche, politische und kunsthistorische Fakten und Voraussetzungen, die der Gestaltung der Futura zugrundeliegen, wurden erörtert, verbunden und analysiert. 

Orthographie sowie Sorgfalt und Genauigkeit

Bezüglich der Orthographie möchte ich mich mit meinem Urteil zurückhalten, zumal die behandelte Arbeit in einer Fremdsprache verfasst ist und ich mit den formellen Anforderungen nicht in einem entsprechenden Maß vertraut bin, das eine Bewertung auf hohem Niveau rechtfertigen könnte. Stellenweise bietet die Arbeit einen angenehmen Lesefluss, oftmals sind die Sätze wiederum sehr kurz, wirken nahezu wie eine kindliche Auflistung von Ereignissen. Interessant ist auch die Tatsache, dass im Zuge der Arbeit einige deutschsprachige Zitate nicht ausreichend wortwörtlich ins Englische übersetzt wurden, was für eine/n LeserIn ohne deutschsprachigen Hintergrund durchaus unschlüssig wirken kann. 

Literatur

In der Natur der theoretischen Arbeit liegt deren Aufbau auf bereits vorhandenem Wissen, weshalb der Autor sich hier einer großen Anzahl (kunst-)historischer und typografie-bezogener Literatur bedient und sich mit ebenjener inhaltlich und gestalterisch auseinandersetzt. Was mir zuvor noch nie begegnet ist, war die Auflistung zusätzlicher „Works consulted“. Diese werden nicht wörtlich oder paraphrasiert zitiert, sondern dürften lediglich der Kontextualisierung und der (chronologischen) Verortung der bearbeiteten Inhalte gedient haben.

Bewertung einer Diplomarbeit

Titel: „Sin City: Medienwechsel und Medienadaptionen zwischen Film und Comic“

Eingereicht von: Stefanie Künzel, Universität Wien, Theater-, Film- und Medienwissenschaft

Gestaltungshöhe:

Bei der vorgestellten Diplomarbeit handelt es sich um eine Theoretische Arbeit. Verwendet wird das Standard Layout für wissenschaftliche Publikationen. Funktional aber nicht ansprechend.

Innovationsgrad:

Den Innovationsgrad würde ich eher als gering einschätzen. Die Arbeit besteht Großteiles aus Analyse der vorhandenen Theorien. Die aufgestellten Forschungsfragen werden aber gut und detailliert beantwortet

Selbstständigkeit:

Beim Lesen entsteht der Eindruck einer hohen Selbstständigkeit und Arbeitsaufwand der Autorin. Sie hat sich augenscheinlich sehr mit dem Thema befasst, was auch an den vielen verschieden Quellen ablesbar ist.

Gliederung und Struktur

Im Fokus der Arbeit steht der Wechsel vom Comic zum Film. Die Arbeit ist daher in zwei Teile gegliedert: im ersten Abschnitt wird sehr detailliert auf Theorie und aktuellen Diskursen zum Comic, zur Comic-Film-Beziehung und zum Film Noir eingegangen. Der zweite Teil beinhaltet die Analyse, die die gestellten Forschungsfragen schließlich klärt.

Kommunikationsgrad:

Das Thema wird der Leserin und dem Leser gut vermittelt. Allfällige Fachbegriffe werden erläutert. Im Analyseteil wird die Theorie durch zusätzliche hilfreiche Bilder und Grafiken erweitert und die Behauptungen verifiziert bzw. falsifiziert.

Umfang der Arbeit:

Der Umfang der Arbeit beträgt 107 Seiten mit Literatur, Abbildungsverzeichnis, Deckblatt, … 128 Seiten. Die Arbeit ist sehr detailliert und genau und somit ausreichend.

Orthografie, Sorgfalt und Genauigkeit:

Die Verfasserin hat sorgfältig und genau gearbeitet. Mir sind keine Fehler aufgefallen während meiner Analyse der Arbeit. Die Zitierregeln wurden einheitlich angewendet

Literatur:

Die verwendete Literatur ist sehr umfangreich. Unterteilt ist das Quellenverzeichnis dabei in Offline und Onlinequellen, wobei im Verhältnis nur wenige Onlinequellen genutzt wurden

Bewertung der externen Masterarbeit

Non-Linear Narrative Structures in Contemporary Cinema

DIPLOMARBEIT of Valentina Schasché – Alpen-Adria-Universität Klagenfurt Fakultät für Kulturwissenschaften

1. Level of Design

The diplomarbeitNon-Linear Narrative Structures in Contemporary Cinema” has many graphs, and illustrations in order to make the text clearer. It is very common to use illustrations in texts that are written about storytelling, so i think it is very much required. 

2. Degree of Innovation

As much as I find the topic interesting, and also the movies that were taken as examples in this paper, i can’t find any innovation. The goal was to check what is the current situation in American movies and how the different narratives in nonlinear ways of telling a story are used. Also before this paper one could say that there are many ways of telling a nonlinear narrative. 

3. Independence

As for independence, it seems to me that the author put a lot of thought into it. The movies that were picked are decisions that could lead the trail to where she wanted it to lead.

4. Outline and Structure 

The paper is divided into three parts: just like a movie script should be, and also are called in the same way. To me, it makes sense, it makes it clear and has a nice connection to the topic of course. 

5. Degree of Communication

I would grade The communication degree in the paper as good. It is very understandable, and also self explanatory. I dislike it when I feel that one writes in a high level of language for no real reason. The idea, as i see it, is that such knowledge should be accessible to everyone, and this is the feeling i get from reading this paper. 

6. Scope of Work

As the paper contains 93 pages, I would say it is quite fine. In my opinion there is enough there for the theory part , maybe one or two movies more could make it better. Something I will definitely take in  mind for my paper. 

7. Orthography

I enjoyed reading this paper, it is thanks for the fact that  I am interested in the topic of course, but also because the writing way was fluent, made sense and there were no misunderstandings that might appear as a result of bad grammatic or typo’s. 

8. Literature

To write this paper, there has been a use of over 40 different literature sources, including, online. Besides that, also the movies themselves. 

Bewertung einer externen Masterarbeit

Schriftwirkung und Sprachraum 

Von Mag. Christian Gutschi 

Warum wurde die Arbeit gewählt?

Ich habe die Arbeit von Christian Gutschi gewählt, da sie die Wirkung von Typographie behandelt, was gut zu meinem momentanen Thema (Schriftklassiker) passt. Ich finde den Ansatz spannend, sich die Wahrnehmung von Schriften in Abhängigkeit mit dem jeweiligen Sprachraum und der unterschiedlichen Buchstabenstruktur verschiedener Sprachen genauer anzusehen. Die Arbeit ist keine Design- sondern eine Philosophie/Psychologie Arbeit – es ist interessant die Wirkung von Schrift einmal aus einer ganz anderen Perspektive zu sehen. 

Fragestellung

  1. Worin unterscheidet sich die emotionale Wahrnehmung von Druckschriften im
    deutschen, verglichen mit jener im britischen Sprachraum? 
  2. Gibt es Unterschiede in der Schriftwahrnehmung zwischen bildlicher versus
    verbale Codierung der Emotionen? Wie sind diese zu begründen? 
  3. Existiert ein Unterschied in der emotionalen Wahrnehmung aufgrund der Verschiedenheit der Buchstabenkombinationen in Deutsch bzw. Englisch? Wie wirkt sich ein sprachraumuntypischer Vergleichstext (Ungarisch) auf die Wechselwirkung zwischen Schriftform und Emotion aus?

Forschungsstand

Die erste bekannte Untersuchung der Wirkung von Druckschriften entstand 1920, danach widmeten sich eine Reihe von Wissenschaftlern dem Thema, nach 1998 gibt es allerdings keine nennenswerten psychologischen oder empirischen Studien mehr dazu. Das Thema besteht aus mehreren Disziplinen. Bei der bestehenden, eher uneinheitlichen Literatur liegt vielfach nur der Fokus auf einer einzelnen Disziplin. Die Arbeit ist daher ein Versuch eine einheitliche, disziplinübergreifende Theorie aufstellen. Mit Ausnahme des Werkes „Typographische Kultur“ konnte keine fundierte Untersuchung zum Verhältnis von Typographie und Sprache gefunden werden. Die Wahrnehmung und Wirkung von gedruckten Schriften bzw. der jeweils verwendeten Schriftform ist bisher noch nicht empirisch untersucht. 

Zielsetzung

Die Zielsetzung der Arbeit ist die Untersuchung des Einflusses der Buchstabenstruktur verschiedener Sprachen auf die Wahrnehmung von Schriften in Verbindung mit emotionaler Konnotation. Außerdem wird die emotionale Wirkung von Bildern im Vergleich zu Worten empirisch untersucht. Die Untersuchung ist auf das lateinische Alphabet bezogen.

Theoriebezug

Der Theoriebezug liegt sowohl in der Semiotik, als auch in der Linguistik und Psychologie. Auch Wahrnehmungspsychologie bis hin zur Philosophie spielen eine wichtige Rolle. Die Arbeit stützt sich außerdem auf die Gebiete der Typographie und der visuellen Kommunikation, auch wenn das nicht der Hauptfokus der Arbeit ist. 

Methode

Die Methode ist sowohl Literaturrecherche als auch Datenerhebung und deren Auswertung in Form eines Zweiergruppen-Versuchsplans. Die Versuchsgruppe erhält den Untersuchungsgegenstand in ihrer Muttersprache (Deutsch/Englisch), die Kontrollgruppe in ungarisch. Als Versuchsmaterial dienen sechs gebräuchliche Druckschriften. Für die Bildkodierung wurden die vier Basisemotionen nach Edman & Friessen verwendet. Untersucht wurden insgesamt 1015 Personen, hauptsächlich aus dem deutschen und englischen Sprachraum stammend. 

Material

Die Arbeit besteht zu einem Großteil aus Textmaterial. Bildmaterial gibt es in Form der für die Untersuchung verwendeten Beispiele (Layouts bestehend aus gebräuchlichen Druckschriften und den vier Basisemotionen nach Edman & Friessen) sowie Informationsgrafiken, die die Ergebnisse der Untersuchung visualisieren. 

Literatur

Der Autor verwendet keine Literatur aus dem Internet, es werden lediglich eine Vielzahl an Büchern und Zeitschriften für die Recherche herangezogen. 

Gliederung

Die Gliederung der Arbeit, bestehend aus einem theoretischen und einem empirischen Teil, ist sehr logisch. Der theoretische Teil besteht aus einer Einleitung, dem wissenschaftstheoretischem Hintergrund, der Fragestellung, dem Versuchsplan sowie Hypothesen für die einzelnen Versuchsteile. Der empirische Teil hingegen besteht aus den Versuchs-Ergebnissen, daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen sowie einer Diskussion der Ergebnisse und der Praxisrelevanz. 

Man findet sich gut zurecht, obwohl die Arbeit sehr ausführlich und um ein Vielfaches wissenschaftlicher ist, als es unsere Masterarbeit sein wird. 

Ergebnis/Ausblick

Die Ergebnisse der Studie werden überaus genau analysiert und diskutiert. Einen Ausblick gibt es allerdings nicht wirklich. Auch werden die Ergebnisse am Ende der Arbeit nicht mehr zusammengefasst. Eine Zusammenfassung findet man allerdings am Anfang der Arbeit, im Abstract. Vor dem Lesen der Arbeit fehlen einem aber die später geklärten Zusammenhänge, um die Ergebnisse gut nachvollziehen zu können. Ich würde eine abschließende Zusammenfassung als sinnvoll erachten, gerade weil die Forschungsergebnisse so detailreich aufgearbeitet werden. 

Originalität

Laut Autor gibt es keine aussagekräftige empirische Studie zu diesem Thema. Zwar wird zum Thema Wirkung von Schrift viel geschrieben, fundierte Wissenschaftliche Erkenntnisse gibt es aber kaum. Außerdem geht die Arbeit weit über die Wirkung von Schriftarten hinaus, sie beschäftigt sich mit der Wahrnehmung von Schriften in Abhängigkeit vom Sprachraum und der Buchstabenstruktur verschiedener Sprachen. Deshalb würde ich das Thema als ziemlich originell einstufen. 

Ergebnis der Arbeit

Es war sehr spannend eine Arbeit mit so hohem wissenschaftlichen Grad zu lesen. Das erstaunliche Detailreichtum der Studie hat mich beeindruckt und mir klar gemacht, auf wie viele Dinge man bei Versuchen dieser Art achten könnte. Meiner Meinung nach ist das Ergebnis der Arbeit ein sehr gutes. Allerdings geht es weit über meinen Wissensbereich hinaus, wodurch mir die Bewertung nicht ganz leicht fällt.  

Darstellung und äußere Form

Die Darstellung und äußere Form ist das einzige an der Arbeit, das ich ein wenig bemängeln kann. Die Informationsgrafiken könnten besser in den den Text integriert sein. Es wirkt, als war es dem Autor wichtig gewesen, möglichst viel Platz zu sparen, was sich allerdings negativ auf den Lesefluss auswirkt. Man findet sich teilweise schlecht zurecht, Schriftspalten werden bei Einsatz von Bildern einfach massiv verschmälert. Eine Arbeit mit sehr viel Text, den man aber aufgrund des inkonsistenten, engen Satzes nicht allzu gerne liest. 

Schwierigkeit der Aufgabenstellung

Eine Umfrage dieser Art und ein solches Thema so wissenschaftlich zu behandeln erscheint mir nicht einfach. Die Schwierigkeit liegt über den Arbeiten, die ich mir bis jetzt angesehen habe, sie ist allerdings auch keine Master- sondern eine Doktorarbeit. 

Analyse eine externen wissenschaftlichen Arbeit

 Bewertung: COCOON: EIN ZELT FÜR RADREISEN—NICOLE BOSCHITZ

Warum wurde die Arbeit gewählt?
Die Arbeit wurde gewählt, weil sie sich mit der Gestaltung eines Produkts beschäftigt, das für die Verwendung mit Fahrrädern gedacht ist. Nachdem das voraussichtliche Thema meiner Masterarbeit sich mit dem Produktdesign und der Vermarktung eines Möbelstücks zur Aufbewahrung von Fahrrädern in Wohnungen beschäftigt, hat mich die Analyse der Arbeit sehr gereizt.

Problemstellung/Fragestellung
Die Verfasserin der Arbeit beschäftigt sich mit dem Entwurf eines Ein-Personen-Zelts, welches für Fahrradreisen entwickelt wurde, eine Verbindung zum Fahrrad herstellt und in weiterer Folge auch platzsparend transportiert werden kann. Um die Bedürfnisse des Radreisenden zu erfüllen, wurde sowohl Form als auch Material so minimalistisch wie möglich gehalten. Das Zelt verfügt auch über die Möglichkeit sich mit anderen baugleichen Zelten zu verbinden, um so Kommunikation zwischen mehreren Personen innerhalb ihrer Zelte zu ermöglichen. Eine konkrete Forschungsfrage konnte ich nicht direkt aus der Arbeit herauslesen, aber das Produkt ist eine Lösung zu einer spezifischen Problemstellung.

Forschungsstand
Die Autorin beginnt die Diplomarbeit mit einer kurzen Offenbarung der Ergebnisse ihrer Recherche zu verschiedenen Fahrradtypen und Zelttypen. Bei den Fahrradtypen geht sie sehr spezifisch auf verschiedene Rahmenformen und Einsatzzwecke der Velos sowie auch auf deren Eigenheiten ein. Nachdem die Arbeit von einer Architekturstudentin verfasst worden ist, geht Frau Boschitz in weiterer Folge sehr konkret auf verschiedene geläufige Bauformen von bereits existierenden Zelten ein und analysiert auch deren Eigenheiten. Sie erwähnt auch das sogenannte „Travel Tent“ welches eine veraltete, nicht ganz durchdachte Lösung für Fahrradreisende darstellt. Nachdem dieses Zelt im inneren einer Fahrradfelge zwischen den Speichen transportiert wird, bietet es nämlich eine riesige Angriffsfläche für Wind, was die Fahreigenschaften unter gewissen Bedingungen fast unfahrbar macht.

Zielsetzung
Die Zielsetzung der Arbeit ist das Entwerfen eines Zeltes für Fahrradreisende, welches leicht verstaubar ist, durch die direkte Verbindung zum Fahrrad einen Diebstahlschutz für das selbige darstellt und die Kommunikation zu anderen Reisenden ermölicht, sofern sie auch über ein Cocoon-Zelt verfügen.

Theoriebezug
Auch wenn die Arbeit hauptsächlich einen dokumentarischen Charakter hat und somit, sehr viele praktische Überlegungen und Versuche aufzeigt, basieren manche Überlegungen auf theoretischen Quellen, um die Vorgehensweise in der Planungsarbeit zu begründen. Im Großen und Ganzen empfinde ich die Arbeit nichtsdestotrotz als außergewöhnlich praxis-lastig, was ich schade finde, da sie hier sehr viel Potential verschenkt.

Methode 
Eine Methode ist immer der Weg den man geht, der zur Erreichung eines Ziels führt. In dieser Arbeit gibt es viele unzählige Schritte, die Frau Boschitz geht. Zu Beginn geht sie ganz klassisch den Weg der Literaturrecherche, welcher sie bis zum Beginn der eigenen Erstentwürfe begleitet. Vom Beginn des Erstentwurfs bis zur genaueren Formfindung, wendet die Autorin die Methode des Experimentierens an, indem sie verschiedene Modelle von Fahrrad-Zelt-Kombinationen im Maßstab 1:10 anfertigt.  Des weiteren baut sie fortlaufend verschiedene Dummies in Originalgröße zum Herantasten an die richtige Form, die schließlich auch die gewünschte Funktion erfüllt. Einige mathematische Berechnungen zur schlauesten Formgebung sowie verschiedene praktische Materialtests führen sie schließlich zu ihrem Prototypen, der noch lange nicht perfekt ist, ihr aber weiter Schwächen ihrer bisherigen Arbeit offenbart. 

Material
Nachdem ich nicht ganz sicher weiß, was mit Material gemeint ist, gehe ich vom Bildmaterial aus. Das in der Diplomarbeit verwendete Bildmaterial ist sehr vielfältig und dokumentiert den Entstehungsprozess des Prototypen sehr genau. Stilistisch reichen die Bilder von Handzeichnungen über technische Computerzeichnungen und 3d-Visualisierungen hin bis zu Fotomaterial vom echten Prototypen. Für eine Diplomarbeit einer Architekturstudentin ist das Material sehr sauber und zweckdienlich.

Literatur
Die Literatur mit der sich die Autorin auseinandergesetzt hat ist bis auf zwei physische Quellen, die ausschließlich Auskunft über statistische Hintergründe geben, hauptsächlich Sekundärliteratur aus dem Internet. Zwar wird vollends auch Zitate aus Online-Enzyklopädien verzichtet, jedoch wäre die Steigerung der Wissenschaftlichkeit der Arbeit durch Verwendung von seriöserer Literatur möglich. Ich empfinde es als sehr erstaunlich, mit wie wenig Quellen die Verfasserin gearbeitet hat.

Gliederung
Die Gliederung der Arbeit besteht aus insgesamt zehn verschiedenen Punkten, welche chronologisch den Entstehungsprozess des Zeltes dokumentieren. Die Anzahl der zehn großen Überpunkte, hätte ich auf vier bis maximal fünf reduziert und jeweils mehrere dieser Punkte zusammengefasst, um mehr Überblick zu verschaffen. Beispielsweise würde es sich anbieten Punkt III-V in einen Punkt zusammenzufassen. Die Conclusio zum Schluss der Arbeit gibt Antworten auf die in der Einleitung gestellten Fragen, was somit eine schöne in sich geschlossene Gliederung abrundet.

Ergebnis/Ausblick
In der Zusammenfassung wird die ein Resümee gezogen mit der Erkenntnis, dass die Verfasserin froh ist dieses Thema gewählt zu haben, auch wenn der Weg hin zum Prototypen viel länger und schwieriger war als anfangs gedacht, wodurch sie aber einige Sachen gelernt hat. Vor allem durch die Zusammenarbeit mit der Produktentwicklungsfirma im Ausland, habe sie profitiert. Was für die Autorin, die es architekturtypisch gewohnt ist in riesigen Maßstäben zu denken, neu war, war das sie ihre Komfortzone verlassen musste, um eher den Job eines Produkdesigners zu verrichten. Sie konnte sich ihrer Meinung nach aber schnell und begeistert damit abfinden.

Positive/Negative Kritikpunkte:

Originalität der Arbeit
Die verschiedenen Eigenheit des entworfenen Produkts, welche sich erst bei genauerem Hinsehen offenbaren, verleihen sowohl dem Produkt, als auch der dokumentarischen Arbeit einen gewissen Eigenheitscharakter. Natürlich ist die Idee ein Zelt für Fahrradreisende zu entwickeln nicht neu, jedoch sind Teile der Umsetzung definitiv weiter gedacht als Vorgänger. Gerade für eine Architekturstudentin ist die Gestaltung eines Freizeit-Produkts für Sportbegeisterte eine Neuheit. 

Ergebnis der Arbeit
Wie im vorherigen Punkt geschrieben, fand ich das Ergebnis neuartig und überraschend. Leider war der Prototyp, wie in ihrem Fazit erwähnt, sehr fehleranfällig. Dies sei aber keine Seltenheit bei neuartigen Produkten, da dort die Sampling-Zeit bis zu zwei Jahren dauern könne. 

Darstellung und äußere Form 
Die Diplomarbeit ist für eine Arbeit an einer Technischen Universität sehr sauber gestaltet. Die Visualisierungen wirken sehr professionell und es lässt sich sagen, dass konsequent und großzügig mit Weißraum gearbeitet wurde, was den Leser das Gefühl von Überforderung nimmt. Auch die Entscheidung für ein Querformat der Arbeit, macht bei den vielen Abbildungen im Querformat Sinn.

Schwierigkeit der Aufgabenstellung
Die grundsätzliche Komplexität des Themas hält sich in Grenzen, jedoch wurde durch durchdachten und verantwortungsvollen Umgang auf vieles Wert gelegt, was die Komplexität während der Arbeit steigert.