Bewertung einer externen Masterarbeit

Schriftwirkung und Sprachraum 

Von Mag. Christian Gutschi 

Warum wurde die Arbeit gewählt?

Ich habe die Arbeit von Christian Gutschi gewählt, da sie die Wirkung von Typographie behandelt, was gut zu meinem momentanen Thema (Schriftklassiker) passt. Ich finde den Ansatz spannend, sich die Wahrnehmung von Schriften in Abhängigkeit mit dem jeweiligen Sprachraum und der unterschiedlichen Buchstabenstruktur verschiedener Sprachen genauer anzusehen. Die Arbeit ist keine Design- sondern eine Philosophie/Psychologie Arbeit – es ist interessant die Wirkung von Schrift einmal aus einer ganz anderen Perspektive zu sehen. 

Fragestellung

  1. Worin unterscheidet sich die emotionale Wahrnehmung von Druckschriften im
    deutschen, verglichen mit jener im britischen Sprachraum? 
  2. Gibt es Unterschiede in der Schriftwahrnehmung zwischen bildlicher versus
    verbale Codierung der Emotionen? Wie sind diese zu begründen? 
  3. Existiert ein Unterschied in der emotionalen Wahrnehmung aufgrund der Verschiedenheit der Buchstabenkombinationen in Deutsch bzw. Englisch? Wie wirkt sich ein sprachraumuntypischer Vergleichstext (Ungarisch) auf die Wechselwirkung zwischen Schriftform und Emotion aus?

Forschungsstand

Die erste bekannte Untersuchung der Wirkung von Druckschriften entstand 1920, danach widmeten sich eine Reihe von Wissenschaftlern dem Thema, nach 1998 gibt es allerdings keine nennenswerten psychologischen oder empirischen Studien mehr dazu. Das Thema besteht aus mehreren Disziplinen. Bei der bestehenden, eher uneinheitlichen Literatur liegt vielfach nur der Fokus auf einer einzelnen Disziplin. Die Arbeit ist daher ein Versuch eine einheitliche, disziplinübergreifende Theorie aufstellen. Mit Ausnahme des Werkes „Typographische Kultur“ konnte keine fundierte Untersuchung zum Verhältnis von Typographie und Sprache gefunden werden. Die Wahrnehmung und Wirkung von gedruckten Schriften bzw. der jeweils verwendeten Schriftform ist bisher noch nicht empirisch untersucht. 

Zielsetzung

Die Zielsetzung der Arbeit ist die Untersuchung des Einflusses der Buchstabenstruktur verschiedener Sprachen auf die Wahrnehmung von Schriften in Verbindung mit emotionaler Konnotation. Außerdem wird die emotionale Wirkung von Bildern im Vergleich zu Worten empirisch untersucht. Die Untersuchung ist auf das lateinische Alphabet bezogen.

Theoriebezug

Der Theoriebezug liegt sowohl in der Semiotik, als auch in der Linguistik und Psychologie. Auch Wahrnehmungspsychologie bis hin zur Philosophie spielen eine wichtige Rolle. Die Arbeit stützt sich außerdem auf die Gebiete der Typographie und der visuellen Kommunikation, auch wenn das nicht der Hauptfokus der Arbeit ist. 

Methode

Die Methode ist sowohl Literaturrecherche als auch Datenerhebung und deren Auswertung in Form eines Zweiergruppen-Versuchsplans. Die Versuchsgruppe erhält den Untersuchungsgegenstand in ihrer Muttersprache (Deutsch/Englisch), die Kontrollgruppe in ungarisch. Als Versuchsmaterial dienen sechs gebräuchliche Druckschriften. Für die Bildkodierung wurden die vier Basisemotionen nach Edman & Friessen verwendet. Untersucht wurden insgesamt 1015 Personen, hauptsächlich aus dem deutschen und englischen Sprachraum stammend. 

Material

Die Arbeit besteht zu einem Großteil aus Textmaterial. Bildmaterial gibt es in Form der für die Untersuchung verwendeten Beispiele (Layouts bestehend aus gebräuchlichen Druckschriften und den vier Basisemotionen nach Edman & Friessen) sowie Informationsgrafiken, die die Ergebnisse der Untersuchung visualisieren. 

Literatur

Der Autor verwendet keine Literatur aus dem Internet, es werden lediglich eine Vielzahl an Büchern und Zeitschriften für die Recherche herangezogen. 

Gliederung

Die Gliederung der Arbeit, bestehend aus einem theoretischen und einem empirischen Teil, ist sehr logisch. Der theoretische Teil besteht aus einer Einleitung, dem wissenschaftstheoretischem Hintergrund, der Fragestellung, dem Versuchsplan sowie Hypothesen für die einzelnen Versuchsteile. Der empirische Teil hingegen besteht aus den Versuchs-Ergebnissen, daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen sowie einer Diskussion der Ergebnisse und der Praxisrelevanz. 

Man findet sich gut zurecht, obwohl die Arbeit sehr ausführlich und um ein Vielfaches wissenschaftlicher ist, als es unsere Masterarbeit sein wird. 

Ergebnis/Ausblick

Die Ergebnisse der Studie werden überaus genau analysiert und diskutiert. Einen Ausblick gibt es allerdings nicht wirklich. Auch werden die Ergebnisse am Ende der Arbeit nicht mehr zusammengefasst. Eine Zusammenfassung findet man allerdings am Anfang der Arbeit, im Abstract. Vor dem Lesen der Arbeit fehlen einem aber die später geklärten Zusammenhänge, um die Ergebnisse gut nachvollziehen zu können. Ich würde eine abschließende Zusammenfassung als sinnvoll erachten, gerade weil die Forschungsergebnisse so detailreich aufgearbeitet werden. 

Originalität

Laut Autor gibt es keine aussagekräftige empirische Studie zu diesem Thema. Zwar wird zum Thema Wirkung von Schrift viel geschrieben, fundierte Wissenschaftliche Erkenntnisse gibt es aber kaum. Außerdem geht die Arbeit weit über die Wirkung von Schriftarten hinaus, sie beschäftigt sich mit der Wahrnehmung von Schriften in Abhängigkeit vom Sprachraum und der Buchstabenstruktur verschiedener Sprachen. Deshalb würde ich das Thema als ziemlich originell einstufen. 

Ergebnis der Arbeit

Es war sehr spannend eine Arbeit mit so hohem wissenschaftlichen Grad zu lesen. Das erstaunliche Detailreichtum der Studie hat mich beeindruckt und mir klar gemacht, auf wie viele Dinge man bei Versuchen dieser Art achten könnte. Meiner Meinung nach ist das Ergebnis der Arbeit ein sehr gutes. Allerdings geht es weit über meinen Wissensbereich hinaus, wodurch mir die Bewertung nicht ganz leicht fällt.  

Darstellung und äußere Form

Die Darstellung und äußere Form ist das einzige an der Arbeit, das ich ein wenig bemängeln kann. Die Informationsgrafiken könnten besser in den den Text integriert sein. Es wirkt, als war es dem Autor wichtig gewesen, möglichst viel Platz zu sparen, was sich allerdings negativ auf den Lesefluss auswirkt. Man findet sich teilweise schlecht zurecht, Schriftspalten werden bei Einsatz von Bildern einfach massiv verschmälert. Eine Arbeit mit sehr viel Text, den man aber aufgrund des inkonsistenten, engen Satzes nicht allzu gerne liest. 

Schwierigkeit der Aufgabenstellung

Eine Umfrage dieser Art und ein solches Thema so wissenschaftlich zu behandeln erscheint mir nicht einfach. Die Schwierigkeit liegt über den Arbeiten, die ich mir bis jetzt angesehen habe, sie ist allerdings auch keine Master- sondern eine Doktorarbeit. 

Missing lectures

#1 Andrey Sudarikov: is a Russian designer doing mainly AR, Interaction and Game Design. He gave some insight about international projects he was doing. In all of his projects you could really engage and it is all about providing experiences.

#2 Astrid Kury: is the director of the »Akademie Graz« and the topic of her talk were »collaborations«. She was pointing out the importance of collaborations in our community. It enables you to create unique solutions and get new insights. As an example she mentions a collaborations between creatives and teenagers with down syndrome. 

#4 Florian Doppel-Prix: was talking about the importance of working with a concept. You should include all aspects of perception when working on a project. Planing can be boring and exhausting, but it can also be a lot of fun as it’s a challenge for everyone involved. 

#5 Burcin Cem Arabacioglu: is a professor based in Istanbul. In his lecture he ist talking about the rapidly increasing population and the fatal consequences of it. He points out that designers have the responsibility to educate others about sustainability. There is enough knowledge about building more sustainable cities, but many people just don’t care or think about it. 

#6 Sylwia Ulicka: is a designer and lecturer from Puebla in Mexico. In her work she focuses on sustainability. She is appealing to us to question our modern material culture since we as designers have the power to make a change. She explains eco-efficiency as an approach that adds more value to goods and services by reducing the resources and decreasing the level of environmental pollution – to produce more with using up and polluting less. 

#7 Ursula Tischner: and her team are looking for better ways to design sustainable systems. She explains that consumption has the biggest impact on global warming. Her goal is to produce more radical sustainable solutions and she is working on a platform that is called »Sustainability Maker«. I think it’s really interesting what she said about eco products: »People can buy eco products but use it in a way that is not eco at all«. (=overconsumption)

Lecture #9 Wolfgang Schlag

Wolfgang Schlag is working as a radio journalist at  Ö1 in Austria. He is also involved in different projects at FH JOANNEUM. In October he is organizing the »Market of the future« festival in the Kunsthaus. 

He started his lecture with the history of radio. In the 1920’s the first radio shows went on air in Pittsburgh. Soon after this radio became a new form of communication all over the world. In America radio started with up to 40.000 listeners, 2/3 years later they had 500.000 – 800.000 listeners, radio was very successful. They started with music, literature, educational programs and commercials. 

In Austria radio started in 1924, it was state owned and called RAVAG. The topics were more or less the same than in America. In 1938 the radio was overtaken by force by the national socialists. Something similar happened also in 2000, when Austria had a right wing government (coalition between ÖVP and FPÖ) and members of the FPÖ took over the radio station in Klagenfurt.

Radio is politically a very important medium, even in times of television and internet. Wolfgang Schlag believes that radio will stay important in the future. 

The history of modern radio started in Austria in 1967 with Ö3 (Pop radio station). Also Ö1 started in 1967. It was meant to play mainly classical music. deliver education in various forms (f. e. Broadcasting) and offer political information. The first political news on the radio came up during the Second World War, since people had to be informed about the ongoing political events. 

1967 was a very interesting time regarding music. The modern Pop music started. Ö3 offered lots of different genres like Jazz and latin American music, but was mainly playing pop music. There was also a format called »Music Box“, which was a one hour program on the radio. It was a little bit radical and provocative and was f. e. playing the same record over and over again for one hour. Wolfgang Schlag joined the »Music Box« in 1986. He was especially interested in features (about social topics, strange guys,..). 

In 1990 radio in Austria changed a lot. Ö3 got more commercial and less critical. There was more easy music and less other content. Ö1 on the other hand became a really colorful, cultural broadcasting station with critical programs about capitalism, globalization, environmental issues, healthcare, traveling and interesting people (not only prominent people, but also quite ordinary people with an interesting life). Ö1 was looking for »color sprinkles« all over Austria to communicate them to their listeners. 

At some point in his life, Wolfgang Schlag wanted more than radio and started to do reportages for the television program »ARTE« for four years. Afterwards, he went back to Ö1, still fascinated about this job. 

Ö1 is sitting in a so called »Funkhaus«, which is the second oldest of it’s kind in Europe. It was built by the Nazis and has a really great architecture. Now, at corona time, he is not working from the »Funkhaus« but doing home office. Everyone is producing their broadcasts at home and then they are put together to 24 hours of program. 

Ö1 is about helping Austrians. With their program they are working on democracy, education but also on fun. Nowadays, it is more and more important to offer really good educational programs. Of course there is a lot of educational content on social media too, but on social media the orientation is missing. There are many fake news around that are hard to distinguish. Many of those fake new come directly from Russia, attempts to destabilize Europe.

Like Wolfgang Schlag I also think that radio will stay important in the future or at least I hope so. 

Lecutre #08 Anastasija & Martin Lesjak

Innocad (Architektur) + 13&9 (Produktdesign)

Der Sitz von Innocad und 13&9 ist im Golden Nugget in Graz. Das Gebäude wurde von ihnen selbst geplant. Das Team ist transdisziplinär: Architektur, Interior Design, Produkt Design, Sound Design und Research in einem machen vielfätige Lösungen möglich. Ihr Philosphie lautet »New Holism«, sie gehen Projekte immer ganzheitlich an. 

Projekt »Solar Innovation Center«

Das Solar Innovation Center ist ein Museum in einem Solarkraftwerk in der Wüste. Für das Museum wurde ein Gebäude aus verdrehten Quadratischen Grundflächen, die sich immer kleiner werdend spiralförmig in den Himmel ranken. In der Mitte des Gebäudes befindet sich ein Atrium. Ein beweglicher Spiegel projiziert das Licht immer genau zur Spitze des Turmes und von dort durch das Atrium nach unten. Auf die Fenster des Turmes sind verschiedenfärbige Folien geklebt. Je nachdem durh welche Fenster die Sonne scheint, ändern sich (nach Tageszeit) die Farben im Gebäude. 

Projekt »Architectural Fashion«

Für die Ausstellung Architectural Fashion wurde Architektur und Produktdesign zu Mode transformiert. 

Objekt 1: Als Grundlage für den ersten Entwurf dient ihr Büro, das Golden Nugget. Dieses ist nicht nur farblich golden, sondern baut auch auf dem goldenen Schnitt auf. Als Basis für den Modeentwurf dient ein Pentagon, das ebenfalls auf dem goldenen Schnitt aufbaut. Aus einem Band wurden zwei verdrehte Pentagone geknotet, wodurch ein Kleidungsstück entstand. Das Material des Kleidungsstück sind 3d-gestrickte Metallfasern. 

Objekt 2: Als Grundlage für den zweiten Entwurf, dienen ihre Skulpturen in der Kanonenhalle im Zeughaus, die an die Murnockerl angelehnt sind. Als Kleidungsstück, wurde eine zeitgenössische Rüstung kreiert, die elliptisch (wie ein Murnockerl) angeordnet ist. Das Material nennt sich Stone Veneer und ist Schieferstein, der auf eine Hintergrundfläche gelegt wurde – es fühlt sich an wie Stein. 

Objekt 3: Als Grundlage für den dritten Entwurf dient ihr sogenannter »Moving Floor«, ein Boden, der sich zwar nicht wirklich bewegt, aber je nach Blickwinkel sein Aussehen verändert. Das Kleidungsstück besteht, ähnlich dem Boden, aus Quadraten. Durch das Verdrehen von Stoffstreifen wird eine gewisse Dreidimensionalität erzeugt. 

Location der Ausstellung: Durch das gezielte Aufstellen von Spiegel entsteht eine Art der Unendlichkeit. Bei jedem Kleidungsstück, werden unterschiedliche Sounds erzeugt (Stein, Metall & Stoff), die die Wirkung der Materialien zusätzlich verstärken. Neben den Austellungsstücken befinden sich Screens, die den Prozess von der Architektur zu, Kleidungsstück veranschaulichen. 

Helvetica (Analyse)

Die Helvetica wurde ursprünglich in den Jahren 1956/1957 vom Schweizer Grafiker und Geschäftsführer der Haasschen Schriftgießerei Eduard Hoffmann und dem Typografen Max Miedinger entwickelt. Sie verkörpert Sachlichkeit, ganz nach dem Ideal der Schweizer Grafik.

Sie entstand aus der hauseigenen „Haas Grotesk“ und wird 1957 auf der Messe „grafique 57“ als „Neue Haas“ vorgestellt. Im Laufe der Jahre wurde sie allen Schriftsatzmethoden angepasst und erhielt 1960, gemäß ihrer Herkunft, den Namen Helvetica. Die Helvetica eroberte rasend die Welt und ist bis heute die meistverkaufte serifenlose Schrift.

Formsprache

Die Helvetica ist eine sehr statische, neutrale Schrift mit großer x-Höhe. Die Formen der Buch-staben sind eher geschlossen.

Kalligrafische Elemente

Obwohl die Helvetica eine sehr konstruierte Schrift ist, so lassen dennoch einige Details ein wenig an das Schreiben mit der Hand erinnern.

Strichenden

Alle Striche der Helvetica enden entweder horizontal oder vertikal, es gibt keine Schrägen. Dadurch ist die Formsprache der Helvetica auch eher geschlossen.

Interpunktion

Die Interpunktion der Helvetica ist grundsätzlich eckig. Die Helvetica Now bietet nun allerdings auch eine runde Alternative. Das Rufzeichen verjüngt sich, ähnlich wie der Fuß des G, nach unten hin.

Themenschwenk

Seit meinem letzten Blogeintrag ist schon einige Zeit verstrichen. Der Grund? Ich würde mit meinem Thema gerne in eine etwas andere Richtung gehen. Typographie, das bleibt. Allerdings möchte ich mich ein wenig vom Type-Design entfernen. In unserem Unterrichtsfach Interactive Infosystems beschäftige ich mich Schriftklassikern, ihren Eigenschaften und Besonderheiten. Mithilfe dieses Infosystems sollen Nutzer Schriftklassiker, die sie vermutlich schon oft verwendet haben, besser kennen und schätzen lernen und im Idealfall auch erkennen können. Das Thema hat es mir sehr angetan. Ich finde es total spannend, mich genauer mit diesen Schriften auseinanderzusetzen und sie zu analysieren. Dabei ist mir meine vorherige Research zum Thema Type-Design eine große Hilfe. Ich lerne viel dadurch und glaube, dass das auch für andere Designer (und jedem, der mit Schrift verwendet) interessant wäre. Ich könnte mir deshalb gut vorstellen, das Thema für meine Masterarbeit in Form eines Buches zu behandeln. Eventuell auch in Kombination mit einem Webtool, angelehnt an mein Interactive Infosystem. Allerdings gibt es hierfür zwei „Hürden“ – die eine wäre meine fachliche Kompetenz. Zu diesem Thema gibt es sehr wenig Material und wenn ich etwas darüber schreibe, möchte ich auch, dass alles was ich schreibe auch wirklich zu 100% stimmt. Deshalb wäre ein Betreuer, der sich wirklich gut mit Typographie auskennt, sehr wichtig. Außerdem weiß ich nicht, wie es mit den Rechten an den Schriften aussieht. Da sehr viele Schriften darin vorkommen würde, bräuchte ich vermutlich für all diese eine Lizenz. Ich würde die Schriften allerdings nicht aktiv verwenden, sondern sie nur präsentieren und erklären. Ich müsste noch genauer recherchieren wie das in diesem Fall aussieht, beziehungsweise eventuell auch mit den entsprechenden Type Foundries in Verbindung treten. Da es mir nicht möglich ist, all diese Lizenzen zu kaufen, kann ich das Thema nur als Masterarbeit umsetzen, wenn sich eine andere Lösung findet.

Meine zukünftige Recherche wird sich nun auf Schriftklassiker beschränken. Im Moment beschäftige ich mich mit der Helvetica und der Futura. Aber mehr dazu in meinem nächsten Blogpost.

Work work balance – Saskia Schmidt

Inhalt

Saskia Schmidt reflektiert in ihrer Vorlesung über ihren Weg in die Selbstständigkeit. Die Reise beginnt in Remscheid, Deutschland, wo sie eine Lehre zur Mediengestalterin macht. Ein Satz, den sie zu dieser Zeit allerdings noch nicht verstanden hat, ist ihr bis heute gut in Erinnerung geblieben:

Ein guter Gestalter kennt die Regeln und setzt sie außer Kraft.

Aus Mangel an Kreativität beschließt sie zu studieren und bewirbt sich an einigen Universitäten. Angenommen wird sie schließlich auf der FH Joanneum in Graz, wo sie 2011 das Studium Informationsdesign beginnt. Während dem Studium arbeitet sie nebenher bei En Garde, was sie als eine der besten Erfahrungen überhaupt bezeichnet. Für ihr Pflichtpraktikum ging es allerdings nach Berlin – zu Studio Grau. Dort arbeitete sie unter anderem am Projekt Friedland, ein ehemaliges Flüchtlingslager nach dem zweiten Weltkrieg, das zu einem Museum umgebaut und schließlich auch Thema ihrer Bachelorarbeit wurde.

Zurück in Graz fing sie an bei verschiedenen Agenturen zu arbeiten, womit sie allerdings nicht ganz glücklich war. Aus diesem Grund kamen vermehrt Gedanken zum Thema Selbstständigkeit auf.

Du kannst nicht auf alles scheißen & dich dann wundern wenns stinkt.

Sie wollte etwas an der derzeitigen Situation ändern und sich selbständig machen. Ein über mehrere Monate laufendes Projekt mit En Garde und ein Jobangebot von Studio Grau aus Berlin machten ihr allerdings einen Strich durch die Rechnung. In Berlin sollte sie für einige Zeit ihre ehemalige Chefin vertreten. Nach dieser Zeit ging es zurück nach Graz und endlich in die Selbständigkeit.

Fazit

Saskia Schmidt beschreibt den Weg in die Selbständigkeit als einen langen, aber denke gerade das hat ihr auch viel geholfen. In den Jahren nach dem Studium konnte sie sich durch diverse Praktika und Jobs ein Netzwerk aufbauen, was ihr schließlich sehr zu Gunsten kam. Der Schritt in die Selbstständigkeit ist von vielen das Ziel – ich denke aber, dass es nie schaden kann, sich dabei Zeit zu lassen. Man kann diese Zeit nutzen so viel wie möglich von anderen zu lernen und Kontakte zu knüpfen. Das mag vielleicht nicht unbedingt notwendig sein, macht den Anfang aber mit Sicherheit etwas einfacher.

Ihren Rat, Praktika bei Agenturen zu machen, die am sympathischsten und nicht unbedingt am bekanntesten sind, finde ich richtig. In kleinen Agenturen ist es mit Sicherheit einfacher an größere, eigenständige Projekte zu gelangen. Wenn die Sympathie stimmt, könnte sich außerdem auch in Zukunft etwas daraus entwickeln. Allerdings finde ich es mindestens genauso wichtig, mit einer Agentur design-technisch auf einer Wellenlänge zu sein und ein ähnliches Verständnis/einen ähnlichen Anspruch an Gestaltung zu haben.

Saksia Schmidt war der Studiengang IND11, ist mir also quasi fünf Jahre voraus. Wobei sich das vermutlich nicht 1:1 vergleichen lässt, da ich, im Gegensatz zu ihr, nach dem Bachelor noch ein Masterstudium angehängt habe. Jedenfalls hat mich die Lecture stark darüber nachdenken lassen, wo ich in fünf Jahren stehen will und werde.

Anatomie der Buchstaben (2)

Das kleine L:

Das l ist maßgeblich für die Strichstärke des Stamms, gleich wie das o maßgeblich für die Formbestimmung und Stärke der Rundungen ist. Zwar ist nicht jeder Stamm gleich fett, trotzdem dient das l als Ausgangspunkt für ähnliche Formen. 

Strichstärke

Kleinbuchstaben sollten einen helleren Grauwert als die dazugehörigen Großbuchstaben haben. Deshalb wird die Strichstärke des l gegenüber des L leicht verringert. Dies gilt auch für alle anderen Kleinbuchstaben. Als Folge des helleren Grauwerts sind auch die Serifen von Kleinbuchstaben etwas kleiner.

Anstrich

Den Anstrich gibt es nur bei Kleinbuchstaben. Er entwickelte sich von einer gerundeten oder spitzen Keilform (ursprünglich ein Resultat vom Schreiben mit der Feder) im Laufe der Zeit zu einer gestreckten, flacheren Variante – in manchen Fällen sogar zu einem waagrechten Strich.

Oberlängen

Als Oberlängen bezeichnet man den Teil eines Kleinbuchstabens, der über die Mittellänge hinaus geht. Oberlängen ragen oft über die Versalhöhe hinaus – eine optische Korrektur, die Versalien und Gemeine auf einer Höhe erscheinen lässt und gleichzeitig, besonders bei Schriften mit Hoher x-Höhe, die Lesbarkeit fördert.

Das serifenlose kleine L

Bei der Gestaltung des kleinen L steht man vor dem Problem der Verwechslung mit dem großen i. Möglichkeiten zur besseren Unterscheidung: Schräg endende Oberlänge, ein Bogen am unteren Ende, Oberlängen ragen über die Versalhöhe hinaus, oftmals ist das kleine L auch etwas magerer als das große i.

Die Buchstaben c & e:

Das c & e sind mit dem o verwandt, ihre Bögen stimmen allerdings nicht überein. 

Grauwert

Aufgrund ihrer seitlichen Öffnung würden die beiden Buchstaben leichter wirken, sie hätten einen helleren Grauwert als das geschlossene o. Als Gegenmaßnahme werden c & e etwas schmäler gezeichnet.

Gegengewicht

Die oberen Hälften von e & c wirken schwer, deshalb wird eine Art Ausgleich benötigt. Dieses zusätzliche Gewicht wird im Südwesten des Bogens eingefügt —> der Bogen wird an dieser Stelle etwas fetter, beim e (aufgrund des größeren Gewichts) ein wenig mehr als beim c. Das Hauptgewicht des Bogens rutscht bei c und e also nach unten, wodurch sich auch deren optische Achse etwas nach links neigt.

Das Auge und der Querstrich des e

Die Eingeschlossene Punze des e wird Auge genannt. Das Auge muss nicht symmetrisch sein und ist es in den meisten Fällen auch nicht. Oft sind Auge und Bogen auf der linken Seite etwas größer. Das Auge kann gerundet oder kantig sein. Auch eine Kombination (rechts gerundet, links kantig) ist möglich.
Auch für den Querstrich des e gibt es verschiedene Varianten. Er muss nicht waagrecht mit gleichbleibender Strichstärke sein. Für die venezianische Renaissance Antiqua ist beispielsweise ein schräger Querstrich charakteristisch, außerdem verjüngt sich der Querstrich nach links. Bei Renaissance-Schriften liegt der Querstrich sehr hoch, was die Leserichtung betont. Besser lesbar ist aufgrund der dadurch größeren Punze allerdings ein tieferer Querstrich.

Der Auslauf des c

Die Ausläufe des c können sehr unterschiedlich aussehen – der Ursprung liegt beim handschriftlichen Schreiben mit einer Feder. Der Strichabschluss einer venezianischen Renaissance Antiqua ist einem Federzug nachempfunden. Im Laufe der Zeit entwickelte sich dieser über ovalen Endungen (französische Renaissance und Barock Antiqua) zu einem fetten, kugelförmigen Abschluss (klassizistische Antiqua). Serifenbetonte Antiqua Schriften besitzen meist große, rechteckige Serifen. Auch bei manchen serifenlosen Schriften ist ein kalligraphisches Vorbild erkennbar – eine aus der Gewichtsverschiebung im Bogen resultierende geneigte Achse sowie ein heruntergezogener Bogen, der an eine Ausgleichsserife erinnert, sind möglich.
Die Größe der Ausläufe variiert ebenfalls stark – als Richtwert gilt aber, dass diese niemals größer als die Strichstärke des Bogens sein sollten.
 

Das Strichende

Das Strichende (rechts) unten kann spitz oder stumpf auslaufen. Die Strichstärke entspricht in etwa der einer Haarlinie. Das Strichende des c ragt oftmals über die obere Serife hinaus, während das Strichende des e meist bündig abschließt, oder sogar zurückgezogen ist. 

Anatomie der Buchstaben

In der Schriftgestaltung gibt es viele die Anatomie von Buchstaben betreffende Prinzipien. Wenn man vorhat eine Schrift zu gestalten, sollte man diese Prinzipien kennen und berücksichtigen. Buchstaben sind nicht an einem Tag entstanden, sondern haben sich über hunderte von Jahren entwickelt. Viele Experten haben es sich zur Aufgabe gemacht ein möglichst lesbares und regelmäßiges Schriftbild zu schaffen. Die Anatomie von Buchstaben ist komplexer, als auf den ersten Blick vermutet. Viele der optischen Korrekturen sind für unser bloßes Auge kaum bis gar nicht erkennbar, machen aber einen riesengroßen Unterschied für das Aussehen und die Qualität einer Schrift. Natürlich müssen nicht immer alle Regeln und Prinzipien stur befolgt werden. Allerdings haben diese auch ihren Hintergrund und Zweck und sollten deshalb nicht ausser Acht gelassen werden. Im Laufe der nächsten Blogposts werde ich auf die Anatomie sämtlicher Buchstaben eingehen. Den Anfang macht das O. 

Das O

Das O ist oftmals einer der ersten Buchstaben in den Entwurfsskizzen. Der Buchstabe scheint auf den ersten Blick eine sehr einfache Konstruktion zu sein. Ein O ist aber keinesfalls ein korrekter Kreis oder Oval – die Rundungen sind optisch korrigiert. Der Aufbau dieser Rundungen muss sehr sorgfältig erfolgen. Die Gestaltung des kleinen o beziehungsweise die Strichstärke des Bogens bestimmt die maximale Strichstärke der gebogenen Teile aller anderen Buchstaben, ist also entscheidend für die Rundungen einer Schrift. 

Kreis < Quadrat

Ein Kreis mit einem Durchmesser, der der Seitenlänge eines Quadrates gleicht, wird immer kleiner wirken. Deshalb muss die Größe des O (und auch aller anderen Rundungen) optisch korrigiert werden – die Rundung ragt dabei ein wenig (circa 2-3%) über die Grundlinie und Versalhöhe oder Mittellänge hinaus. Dies nennt man Überhang.

Die optische Achse

Neigungsachse und Strichkontrast haben ihren Ursprung in der Handschrift: die Schreibfedern wurden in einem Winkel von 30-45° gehalten. Im Laufe der Zeit richtete sich die Achse zunehmend auf, während das O gleichzeitig ovaler wurde. Auch bei einer stark geneigten Achse bleibt die Außenkontur aufrecht, während die Achse vorwiegend durch die Form beziehungsweise Neigung der Punze (innere Kontur) erzeugt wird. Die äußere Kontur ähnelt optisch eher einem Kreis, während die innere Kontur ovaler ist.
Groß- und Kleinbuchstaben sind nicht immer gleich stark geneigt – Versalien sind häufig stärker geneigt.

Strichkontrast

Der Strichkontrast bei Großbuchstaben kann etwas größer ausfallen, als bei Kleinbuchstaben, um ein optisch passendes Ergebnis zu erhalten.
Auch Schriften mit scheinbar keinem Kontrast besitzen einen geringen Strichstärken-Kontrast, damit sie nicht unausgewogen beziehungsweise horizontal breiter aussehen. 

Der Knochen-Effekt

Bei klassizistischen Schriften wird die Punze aus einem Rechteck und zwei Halbkreisen konstruiert. Nimmt man keine optischen Korrekturen vor, wirkt es, als hätten die Außenseiten des Rechteckes eine Delle nach innen. Der Übergang von der Kurve zur Gerade muss optisch korrigiert, also etwas „weicher“ gestaltet werden, um diesen sogenannten Knochen-Effekt zu vermeiden.

Der perfekte Kreis

Bei geometrischen und humanistischen Schriften wirkt das O häufig wie ein geometrischer Kreis. Kreise und Quadrate müssen allerdings etwas höher gezeichnet werden, um optisch auch wie ein geometrischer Kreis/Quadrat zu wirken.

Blackletter

Why blackletter? I do not intend to design a of blackletter typeface, but I want to create something classic, but edgy at the same time. Doing my first sketches I realized, that my letters did kind of resemble blackletter a little. It was not at all intended, but I guess some knowledge about blackletter might be useful for me. 

Blackletter, also known as Gothic script, evolved from the Carolingian minuscule in the 12th century. There was a high demand for books at that time and material was expensive. The Carolingian minuscule was very time consuming to produce and needed a lot of space. Blackletter was kind of a reaction to this problem: it saved time and space. Characteristic for blackletter are their kinked, sharp shapes with a high degree of breaking. 

There are several forms of blackletter existing: Textualis, Rotunda, Schwabacher and Fraktur.

In the 14th – 15th century blackletter had it’s high point in Western Europe. At the same time the Renaissance started in Italy. People strived for something more elegant – the Humanist Antiqua evolved. Nevertheless, in german speaking countries, blackletter remained very important. They were heavily used by the Nazis, which was the reason for their ban in 1941. Now, 80 years later, blackletter is somehow still associated with the Third Empire. It has hardly been used since then, although I feel like it is having a little revival right now in the design scene. 

In order to understand the shapes I went back to their origin: handwriting with a broad-edged pen. Although my letters didn’t look as good as I imagined they would, I still began to understand some relations. 

first attempts

DETAILS I NOTICED:

At the end and the beginning of a letterform’s stroke, there are no serifs but quadrangles. They are a consequence of writing with a broad-edged pen.

The contrast is very high. Thin, decorative lines are sometimes used to close shapes, that are commonly open (f. e.: a, g, k, s, v, w, y)

The shapes of the letters are quite narrow and stand very close to each other. They do not need a lot of space.

Most curves are completely fractionised into straight lines, but still, there are some curves and rounded edges. 

The capitals of blackletter are often eye catching and quite calligraphic.